Komponisten
Johann Gottfried Piefke
(* 9. September 1815 in Schwerin an der Warthe; † 25. Januar 1884 in Frankfurt/Oder), preußischer Militärmusiker und Komponist.

Er erreichte zu Lebzeiten eine gewisse Prominenz und inspirierte möglicherweise
die Österreicher zu dem Spitznamen Piefke für alle Preußen oder Norddeutschen,
trug aber jedenfalls zu dessen Verbreitung bei.
Piefke wurde 1815 als Sohn des Organisten und Stadtmusikers Johann und dessen
Frau Dorothea geboren. Am 1. Mai 1835 trat er seinen Wehrdienst als Hoboist
beim Leibgrenadier-Regiment Nr. 8 in Frankfurt (Oder) an. Am 1. September 1838
ging er an die Hochschule für Musik in Berlin. Dort hatte er eine Liaison mit
der Fürstin von Trachenberg.
Er kehrte am 1. Juni 1843 als Stabshoboist zu
seinem Regiment beim III. Armeekorps zurück. 1852 ging er zusammen mit Teilen
seines Regiments, von den Berlinern Brezelgarde genannt, nach Berlin. Dort
entfaltet er sein Talent als Musiker und bekommt Anerkennung von der Fachwelt
als auch vom Publikum. Dafür erhielt er am 23. Juni 1859 den Titel Königlicher
Musikdirektor und sechs Jahre später am 20. März 1865 wurde ihm der, eigenes
geschaffene, Titel Director der gesammten Musikchöre des III. Armeekorps durch
Wilhelm I. verliehen. Zuvor, 1860, war Piefke wieder auf Grund militärischer
Erfordernisse nach Frankfurt zurückgekehrt. 1864 nahm er am deutsch-dänischen
Krieg teil und soll bei der Erstürmung der Düppeler Schanzen mit dem Degen
dirigierend das Signal zum Angriff gegeben haben. 1866 nahm er am Krieg gegen
Österreich teil. Am 31. Juli 1866 fand eine große Parade auf dem Marchfeld bei
Gänserndorf etwa 20 Kilometer nordöstlich von Wien statt. Beim Einzug in die
Stadt schreiten sowohl der große Johann Gottfried Piefke als auch dessen 1,90 m
große Bruder Rudolf (1835-1900) an der Spitze der Musikkorps. Als Reaktion
sollen die Wiener ausgerufen haben: „Die Piefkes kommen!“ und dadurch einen
zeitbeständigen Namen für die Preußen gefunden haben. Belegt ist dieser
Zusammenhang aber nicht. Während des deutsch-französischen Kriegs erkrankte er
bei der Belagerung Metz's und kehrte erst 1871 in seine Einheit zurück. Nach
Ende der Kriegsjahre beschäftigte Piefke sich vermehrt der klassischen Musik
und gab in Frankfurt zahlreiche Konzerte und führte Konzertreisen durch, welche
möglicherweise auch nach Paris führten. Am 25. Januar 1884 verstarb Piefke und
wurde am 28. mit militärischen Ehren auf dem Alten Friedhof in Frankfurt (Oder)
graben. Die Grabstelle ist nicht erhalten.
Neben der Militärmusik widmete er sich Bearbeitungen klassischer Stücke und
richtete Konzerte aus. Bekannt wurde er aber vor allem durch die zahlreichen
Märsche, die er komponierte. Zu den bekanntesten zählen der Marsch
„Preußens Gloria“, der „Düppeler
Sturmmarsch“ und der „Königgrätzer Marsch“.
Heinrich Steinbeck
(*2. Mai 1884 in Gödesdorf bei Hannover, † 20. Juli 1967 in Arbon, Kanton Thurgau, Schweiz), deutsch-schweizerischer Komponist und Dirigent.
Sein Vater war in Gödesdorf Schulmeister. Mit sieben Jahren erhielt er den
ersten Unterricht in Klavier und Geige. Als Elfjähriger erlernte er ein
Blasinstrument, und damit fiel bereits eine erste Entscheidung für seine
spätere musikalische Laufbahn. Die Bekanntschaft seines Vaters mit einem
Militärkapellmeister aus Hannover, der den jungen Steinbeck zu sich nahm und
ihm eine gründliche Musikerziehung zuteil werden ließ, war für das weitere
Berufsleben entscheidend. Mit 16 Jahren trat er in die Militärmusikschule
Dömitz-Schwerin ein. Anschließend studierte er am Bayrischen
Staatskonservatorium in Würzburg bei Max Meyer-Olbersleben (1850-1927), Karl
Kliebert (1849 - 1907), Simon Breu (1858-1933) und Eugen Gugel (1889-1972), wo
er sich als Kapellmeister, Komponist und Pianist ausbilden ließ.
Seine ersten Honorare verdiente er sich als Pianist in Skandinavien (Norwegen,
Schweden und Finnland). 1909 wird er Kapellmeister am Operettentheater in
Karlsruhe. Daneben leitete er auch ein bekanntes Blasorchester. 1912
übersiedelte er nach Arbon in der Schweiz und wird dort aus über 40 Bewerbern
zum neuen Leiter der Stadtmusik Arbon gewählt. Im weiteren leitete er den
Orchesterverein und den Arbeitermännerchor Arbon, aber auch zeitweilig die
Musikgesellschaften von Amriswil, Romanshorn, Steinach, Sulgen, Turbenthal und
Uttwil.
Er komponierte eine beachtliche Anzahl von Blasorchesterwerken, die sich über
Jahrzehnte im Repertoire der Blasorchester bewähren und halten.
Wilhelm Friedrich Wieprecht
(* 8. August 1802 in Aschersleben; † 4. August 1872 in Berlin), deutscher Komponist, Dirigent, Arrangeur.
Er gilt als der große Reformer der deutschen Militärmusik.
Vater Wieprecht, der als Trompeter die Feldzüge von 1790 und 1806 mitgemacht
hatte, war ein vielseitiger Musiker (Violine, Flöte, Klarinette...), der sich
in Aschersleben als sogenannter Stadtmusikant niedergelassen hatte. Da lag es
nahe, dass der Wilhelm Wieprecht in sehr jungen Jahren schon Musikunterricht
erhielt. Mit 10 Jahren führte er bereits ein Violinkonzert in der
Öffentlichkeit auf. Als die Lehrfähigkeiten des Vaters dem Sohn nichts mehr
essentiell Neues bescherten, bekam er von dem Hofmusikanten Hünerbein, einem
Schüler von Louis Spohr, weiterführenden Unterricht. Im August 1821 zog er nach
Leipzig, wo er Empfehlungsschreiben von Stadtkapellmeister Barth und von Rörte,
der ihm einen Kontakt zu Carl Maria von Weber anriet, bekam. Mit diesen
Schreiben zog Wieprecht nach Dresden, wo er zunächst Musiker im Orchester von
Stadtmusikdirektor Johann Gottfried Zillmann wurde. Carl Maria von Weber hat
sich für Wieprecht eingesetzt und ihn an Louis Haase zu weiteren Studien
vermittelt. Dort lernte er den bekannten Klarinettisten Rotte kennen, für den
er einige Klarinettensoli komponierte. Im Juni 1822 lud ihn Barth nach Leipzig
ein, um Mitglied im Gewandhaus-Orchester zu werden. In der Stadtkapelle von
Barth vervollständigte Wieprecht seine Kenntnisse von den Blasinstrumenten,
wenngleich er im Gewandhausorchester Violine spielte. 1824 wurde er aufgrund
eines Ratschlags seines Cousins Flügel, der Musikdirektor des Berliner Balletts
war, Kammermusiker in Berlin.
Dort bekam er intensiven Kontakt zur Militärmusik. Bei der Wachablösung hörte
er ein Musikkorps der Infanterie die Ouvertüre zu Figaro's Hochzeit von
Wolfgang Amadeus Mozart spielen. Folgendes Zitat ist hierzu festgehalten: War
es die Rhythmik, die Melodik, die Harmonie oder die Verschmelzung dieser
verschiedenen Elemente, die mich so gewaltsam erschütterte? - Als ich nun diese
Militair-Capelle auf ihrem Hinmarsche zur Wachtparade verfolgte und dort
dieselbe im geschlossenen Kreise die Ouvertüre zu Mozarts Figaro spielen hörte,
da wurde es in meinem Herzen zum festen Entschluss, mich von nun an dem Fache
der Militairmusik ausschließlich zu widmen. Bei meinen gesammelten
Vorkenntnissen im Gebiete der Blase-Instrumenten fühlte ich einen Beruf hierzu
und übersah mit einem Blick, dass ich recht bald in diesem Fache etwas
Tüchtiges leisten würde. Er erkannte sehr schnell, dass hier ein riesiges
Terrain offenlag.
Die Musikkorps der Kavallerie wurden mit Musikern, die ausschließlich auf
Naturinstrumenten (ohne Ventile) spielten, zusammengestellt. Sie hatten kaum
brauchbare und authentische Literatur. Für das Trompeterkorps der
Garde-Dragoner von Major Gottlieb von Barner (1786-1846) schrieb er sechs
Märsche. Diese wurden gerne aufgenommen und fortwährend aufgeführt. Der
Kommandeur dieses Musikkorps gab ihm anschließend gar die Gelegenheit, das
Trompeterkorps nach seinen eigenen Ideen umzugliedern. Fleißig ging er ans Werk,
verstand seine Schüler mitzureißen und hatte bald die ersten Erfolge. Seine
geänderte Besetzung sah folgendermaßen aus: 6 Trompeten, 2 Klappenhörner, 2
Tenorhörner, 1 Tenorbasshorn und 2 Bass-Zugposaunen. Für besondere
Gelegenheiten wurde dieses 13 Musiker zählende Korps um 6 Trompeten und 1
Bass-Zugposaune ergänzt. Wegen des Erfolgs in Berlin folgten bald darauf andere
Kavallerie- und Dragoner-Musik- und -Trompeterkorps.
1829 erteilte der Preußische König Friedrich Wilhelm III. Wieprecht den Auftrag
das Musikkorps der Leibwache in Potsdam zu reformieren und überließ ihm die
Ausbildung sämtlicher Trompeter. Kurz danach hat Wieprecht - gemeinsam mit dem
Berliner Hofinstrumentenbauer Johann Gottfried Moritz - die Basstuba
entwickelt. Es gab zwar schon ein sogenanntes Bombardon mit Ventilen, das aber
gegen die neuen Möglichkeiten der entwickelten Basstuba sich nicht behaupten
konnte. 1835 wurde die Basstuba patentiert.
1835 befördete Prinz Albrecht von Preußen Wieprecht zum Inspekteur der 3
Musikkorps seiner Brigade. Daraus entwickelte Wieprecht ein Orchester mit 80
Musikanten, womit er zahlreiche, erfolgreiche Konzerte gab. Bei einer Hochzeit
1837 spielte dieses Orchester den Fackeltanz von Gaspare Spontini und einen
Fackeltanz von Wilhelm Wieprecht in ununterbrochener Wiederholung und
hinterließ einen tiefen Eindruck.
Am 2. Februar 1838 wurde Wieprecht gar Direktor aller Musikkapellen des
Garde-Korps. Am 8. Mai 1838 kam Zar Nikolaus I. aus Russland zu Besuch.
Wieprecht stellte ein Riesenorchester aus 1.000 Musikern und 200 Tambouren aus
allen Berliner Musikkorps zusammen. Bei einer zweiten Aufführung spielte das
Riesenorchester die Olympia-Ouvertüre von Gaspare Spontini und die
Jubelouvertüre von Carl Maria von Weber. Eine wichtige Anektode ist aber
sicherlich, dass am 10. August 1838 am Abend einer Truppenbesichtigung durch
den russischen Zar Nikolaus I. bei Landshut durch eine Order des Königs
Friedrich Wilhelm III. der Zapfenstreich für alle Preußischen Armeen angeordnet
wurde. Seitdem wird der Zapfenstreich auch Russischer Zapfenstreich genannt.
Wilhelm Wieprecht schuf daraus durch Zusammenfügung des Zapfenstreichs mit der
Kavallerie-Retraite und Erweiterung um das Gebet mit Locken, Ruf und Abschlag
das heut noch gültige Zeremoniell des Großen
Zapfenstreichs.
Es folgten Konzerte mit derartig großen Orchestern in Lüneburg und Koblenz aus
Anlass des Besuchs von Königin Victoria.
Danach wurde die gesamte Preußische Militärmusik reformiert, insbesondere was
die Instrumentation anbetraf. Selbst in Schweden und Dänemark übernahm man die
Reform in den dortigen Militärmusikkorps. 1847 bat die Türkei Wieprecht seine
Militärmusikkorps ebenfalls zu reformieren. 1852 entsandte Wieprecht einen
Assistenten, um dem Gesuch der Regierung von Guatemala um Reform seiner
Militärmusikkorps zu entsprechen. 1857 wurde Wieprecht Mitglich der
Schwedischen Akademie. Giacomo Meyerbeer, Gaspare Spontini und Franz Liszt, die
mit Wieprecht befreundet und ihm dankbar für diverse Transkriptionen ihrer
Werke für Militärmusikkorps waren, hatten im Pariser Konservatorium eine
Diskussion angeregt, sich der Theorien und Reformen Wieprechts kundig zu
machen.
Der Höhepunkt der musikalischen Laufbahn war zweifelsohne der Wettbewerb der
Militärkapellen auf der Weltausstellung in Paris am 21. Juli 1867. Vor einer
Jury aus Ambroise Thomas, Hans Guido von Bülow, FIlicien David und Leo Delibes
eiferten die bekanntesten Militärkapellen aus ganz Europa um die Ehre. Neben
dem Pflichtwerk, der Ouvertüre zu Oberon von Carl Maria von Weber führte er mit
seinen vereinigten Musikkapellen (2. Garde-Regiment und das Grenadierregiment
Kaiser Franz) eine Fantasie aus der Oper Der Prophet von Giacomo Meyerbeer aus
und erhielt einstimmig den 1. Preis zugesprochen. Viele sahen in diesem Erfolg
die Konsekration seines entwickelten Instrumentationssystems. Napoleon III. hat
Wieprecht zweimal zu sich nach Versailles eingeladen und verlieh ihm das
Ehrenkreuz der französischen Ehrenlegion.
Zurückgekehrt nach Berlin wurde er enthusiastisch gefeiert. Wieprecht
komponierte 52 Werke und fertigte von 58 Werken Transkriptionen für
Militärmusik an.
Erwin Trojan
Erwin Trojan wurde am 13. September 1888 in Karlsbad geboren. Er war ein
Altösterreicher und meldete sich 1902 als 14-jähriger Musikeleve zu den
Kaiserjägern. Zwei Jahre später kam er nach Salzburg ins Mozarteum mit dem
Hauptfach Trompete, wo er die Musikausbildung absolvierte. Er kehrte nach
Karlsbad zurück und spielte im dortigem Kurorchester. Bis zum Ausbruch des 1.
Weltkrieges spielte er als Trompeter in einer Bordkapelle bei der
Hamburg-Amerika Linie. Dazwischen war er an der Flämischen Oper beschäftigt.
Nach dem 1. Weltkrieg wohnte er in Innsbruck, gründete und leitete die
Eisenbahnkapelle. Nebenbei war er als Trompeter im städtischen Orchester
tätig. Zu dieser Zeit hatte Erwin Trojan unter vielen Komposition seinen wohl
berühmtesten Marsch geschrieben, den Ruetz-Marsch.
Durch eine schwere Krankheit mußte Erwin Trojan das Trompete spielen
aufgeben. Da er in Niederösterreich mit seinen vielen Kompositionen sehr viel
Erfolg hatte, zog er 1933 in das idyllische Altlengbach. Als der 2. Weltkrieg
ausbrach mußte er mit 54 Jahren einrücken, er wurde nach Jüttland versetzt und
geriet in Englische Gefangenschaft. Als er zurückkam hatte er 16 Stücke auf
Abfallpapier komponiert, darunter Glückliche Stunden.
Erwin Trojan starb am 8. November 1957 in Altlengbach. Sein Kompositorische
Schaffen umfaßt mehr als 200 Werke für Blasorchester.
Hermann Ludwig Blankenburg
(* 14. November 1876 in Thamsbrücke; † 15. Mai 1956 in Wesel), deutscher Komponist.

Aufgrund der über 1.200 von ihm komponierten Märsche gilt er als der deutsche
Marschkönig.
Sein bekanntester Marsch ist „Abschied der Gladiatoren“, mit dem er 1905 einen
Kompositionswettbewerb des renommierten britischen Musikverlages Boosey &
Hawkes gewinnen konnte. Der Marsch hieß ursprünglich „Deutschlands Fürsten“,
wurde dann aber mit Rücksicht auf die Zeitumstände umbenannt; eventuell stand
für den neuen Titel der Marsch „Einzug der Gladiatoren“ von Julius Fučík Pate.
In England wurde der Marsch unter dem Titel „The Gladiators Farewell“ ungemein
populär und gehört dort auch heute noch zu den meistgespielten Märschen.
Weitere häufig gespielte Märsche Blankenburgs sind „Mein Regiment“, „Klar zum
Gefecht“ und „Adlerflug“.
Carl (Albert Hermann) Teike
(* 5. Februar 1864 in Altdamm bei Stettin, † 28. Mai 1922 in Landsberg an der Warthe), deutscher Militärmusiker und Komponist.

Teike war zunächst Schüler von Paul Böttcher in Wollin, wo er das Spiel
verschiedener Blasinstrumente erlernte und vier Jahre im Ensemble von Böttcher
in Misdroy auftrat. Ab 1883 wurde er Oboist im 123. Regiment in Ulm, wo er
seine ersten Märsche komponierte, von denen „Alte Kameraden“
der bekannteste ist. Danach war er ab 1909 als Polizeibeamter
in Landsberg an der Warthe tätig.
Außer dem Marsch „Alte Kameraden“
komponierte er noch die Märsche „In Treue fest“, „Graf Zeppelin“
und „Treue um Treue“, weiterhin eine Anzahl von Tänzen.
Kurt Noack
(* 13. Februar 1895, † 1. Januar 1945), deutscher Komponist.
Seine Werke sind der Salon- bzw. Unterhaltungsmusik zuzurechnen.
Am bekanntesten ist sein Stück Heinzelmännchens Wachtparade op. 5 D-Dur (1912),
von dem bis heute zahlreiche Bearbeitungen für verschiedene Besetzungen im
Umlauf sind. Die Originalfassung für Klavier zu zwei Händen ist im Baltischen
Verlag in Stettin erschienen.
Auf der auf der Originalausgabe für Klavier zu zwei Händen befindlichen
Darstellung eines unbekannten Grafikers schreiten drei weißbärtige Zwerge in
grünem Gewand und roter Mütze vor einem wolkigen blauen Himmel entlang eines
von sieben Fliegenpilzen gesäumten Weges von links nach rechts. In der linken
Hand halten sie je ein recht unförmig aussehendes, von ihrem Körper weitgehend
verdecktes Gewehr und heben beim Voranschreiten gerade das rechte Bein.
Die eher abwertende Beurteilung des Charakterstücks „Heinzelmännchens
Wachtparade“ (manchmal auch verballhornt zu „Heinzelmännchens Wachparade“)
durch die zeitgenössische Musikpublizistik (trivial, seicht) hat der
Popularität des Werkes bis heute in keiner Weise geschadet. Es gibt zahlreiche
Aufnahmen. Weiteres weiß man über den Komponisten nicht. Unbestätigt ist,
dass er Zahnarzt gewesen sein soll.
Noack war auch als Bearbeiter tätig. So gibt es von dem Marsch „In Treue
fest“ des Komponisten Carl Teike (Alte Kameraden)
eine Bearbeitung für Salonorchester von Kurt Noack, die 1925 ebenfalls in Stettin
erschienen ist.
Julius Ernest Wilhelm Fučík
(* 8. Juli 1872 in Prag; † 15. September 1916 ebenda), tschechischer Komponist und Kapellmeister

In Prag studierte er Fagott, Violine und Schlagzeug und nahm nach seinem
Musikstudium Kompositionsunterricht bei Antonín Dvořák.
1891 trat er zum Österreich-Ungarischen Infantrie-Regiment 49 in Krems an der
Donau in den Militärdienst ein. Bis 1894 spielte er unter dem Dirigenten Joseph
Franz Wagner. 1895 kehrte er nach Prag zurück und trat eine Stelle als zweiter
Fagottist am Deutschen Theater in Prag an. 1896 stieg er zum Dirigenten des
Prager Stadtorchesters und des Danica-Chors in Sisak in Kroatien auf und wurde
1897 Militärkapellmeister beim Infantrie-Regiment 86 in Sarajevo, Bosnien.
Weitere Stationen des bekannten Militärmusikers waren Budapest und
Theresienstadt.
Nach seiner Hochzeit wirkte Fučík ab 1913 in Berlin, wo er den Tempo-Verlag
gründete und hauptsächlich kompositorisch wirkte. Mit seinen Kapellen gab er
in Prag und Berlin Platzkonzerte vor über 10.000 Zuhörern.
Fučík hinterließ über 400 Kompositionen, darunter eine Messe und ein Requiem.
Johan Wichers
(* 12. Mai 1887 in Rheine; † 22. November 1956 in Enschede, Niederlande), niederländischer Komponist.

Seine Eltern zogen vor der Geburt ihres Sohnes Johan bereits nach Rheine, weil
es dort bessere Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten gab als zur damaligen Zeit
in der östlichen Region in den Niederlanden. Sie behielten jedoch immer die
niederländische Staatsangehörigkeit. Insofern verrichtete der Sohn
niederländischer Eltern, der als der Marschkönig der Niederlande gilt, auch ab
1905 seinen Dienst in den niederländischen Streitkräften. Er war beim Korps
Reitender Artillerie und war in seiner Freizeit auch Trompeter im
Harmonieorchester der niederländischen Gemeinde Hordhorn. Nach seinem
Militärdienst wurde er Mitarbeiter bei den Nederlandse Spoorwegen
(Niederländische Eisenbahn). 1949 ging er in den Ruhestand.
Zunächst wohnte er in Oosterhout, und kam dann über Winterswijk und Denekamp
nach Oldenzaal, wo er sozusagen sesshaft wurde.
Obwohl er nie ein Konservatorium besucht hat und seine Fähigkeiten
ausschließlich autodidaktisch entwickelt hat, komponierte er seit 1928 Märsche.
Insgesamt schrieb er 69 Märsche, von denen 23 gedruckt und publiziert wurden.
Von 1930 bis 1956 war er Trompeter und spielte auch Waldhorn in der Koninklijke
Muziekvereniging Semper Crescendo in Oldenzaal und betätigte sich dort auch als
Ausbilder für den Nachwuchs. Viele seiner sehr beliebten Märsche gehören noch
heute zum Standardrepertoire der niederländischen Harmonie- und
Fanfarenorchester, insbesondere natürlich der Militärblasorchester.
Seine in Deutschland meistgespielten Märsche sind der „Mars der Medici“ und
„Aan mijn Volk“. Der „Mars der Medici“ hat nichts mit dem Florentiner
Fürstengeschlecht der „Medici“ zu tun. Wichers widmete diesen Marsch vielmehr
seinen Ärzten (lat. medici) nach einem langandauernden Krankenhausaufenthalt.
Der Marsch besticht durch sein wunderschön komponiertes Trio: Das melodische
Thema wird zunächst von Tenorhorn, Bariton und 1. Posaune geblasen, in der
Wiederholung kommen die Flügelhörner und Trompeten hinzu. Schließlich wird im
dritten Teil noch sehr effektvoll über die Hauptmelodie eine Nebenmelodie der
Klarinetten gelegt.
Johann Nepomuk Král
(* 14. September 1839 in Mainz; † 1. Januar 1896 in Tulln/Niederösterreich), Komponist und Dirigent.
Zu seinen bekanntesten Märschen zählt der „Brucker Lagermarsch“.
Karl Komzák
(* 8. November 1850 in Prag; † 23. April 1905 in Baden), tschechischer Komponist und Dirigent

Schon früh erkannte sein Vater Karl Komzák senior das Talent seines
Sprösslings und unterrichtete ihn in Musiktheorie. Karl erlernte mit 11 Jahren
Geige und Dirigieren.
1867 begann er sein Studium am Konservatorium von Prag. Noch im selben Jahr
wurde er Kapellmeister am Linzer Theater. Diese Stelle behielt er jedoch nur
zwei Jahre inne, danach spielte er beim Infanterieregiment Nr. 11 Bariton.
Eigens dafür komponierte Komzák seine Militärmärsche. Auch diese Stelle behielt
der gebürtige Tscheche nicht lange inne, denn er bekam diverse bessere Angebote,
u.a. von der Musikgruppe Liedertafel in Innsbruck, sowie von verschiedenen
Infanterieregimenten.

Im Jahre 1882 wurde Komzák nach Wien berufen wurde, um die Leitung des 84. Infanterieregiments
zu übernehmen. In dieser Zeit wuchs seine Popularität und reichte bis weit über die
österreichischen Landesgrenzen hinaus. Die Gründe dazu lagen nicht zuletzt in seiner
sympathischen Ausstrahlung, freundlichen Natur und in seiner energiegeladenen Art
zu dirigieren. In Wien war Komzak ein Liebling der Bevölkerung, welche in ihm einen
der führenden Militärkomponisten sah.
1892 gab Komzak aus gesundheitlichen Gründen sein Amt beim Regiment auf und zog
in die Kurstadt Baden, wo er die Leitung des Kurorchesters übernahm. Aus dieser
Zeit stammt sein bekanntestes Werk, der Walzer Badner Madln. Komzák verhalf dem
Badener Kurorchester zu einer neuen Blüte.
1904 unternahm er eine Konzertreise nach Missouri, USA. Komzák war damit auf dem
Höhepunkt seiner Karriere angekommen.
Am Ostersonntag 1905 starb Komzák, als er in Baden versuchte, auf einen
abfahrenden Zug aufzuspringen und dabei unter dessen Räder geriet.
Max Hempel
(* 31. Mai 1877 in Göttendorf/Thüringen; † 25. Dezember 1959 in Augsburg), deutscher Komponist und Dirigent.
Von 1903 bis 1905 absolvierte er sein Musikstudium an der Akademie der Tonkunst
in München, er beendete es mit einem Examen, in dem darauf hingewiesen wurde,
dass er sehr geeignet zum Militärkapellmeister wäre.
1919 wurde Hempel Leiter des Musikkorps des 2. Bataillons des 19. Infanterieregiments
in Augsburg. Im Jahre 1936 erfolgte seine Ernennung zum Stabsmusikmeister.
In den Jahren 1940 bis 1943 war er in dieser Funktion in Nürnberg tätig.
Sein Nachlass befindet sich beim Allgäu-Schwäbischen Musikbund in Günzburg.
Zu seinen bekanntesten Märschen zählt der „Laridah Marsch“.
Kenneth J. Alford
(* 21. Februar 1881 in London; † 15. Mai 1945) Kenneth Alford war sein Pseudonym, eigentlich war sein Name Major Fredrick Joseph Ricketts.

Mit 14 verlor er seine Elten und ging in die Armee-Musik. Er wurde ins Royal
Irish Regiment 1895 eingeteilt. 1927 wurde er Director of Music der Royal Marines.
Nach 50 Jahren im Dienste der Majestät zog er sich 1944 zurück, da er auch gesundheitlich
stark angeschlagen war.
Bereits 1914 komponierte er den „Colonel Bogey Marsch“, der 1957 durch den Kinofilm
„Die Brücke am Kwai“ weltbekannt. Volksläufig wurde er dann River-Kwai-Marsch genannt,
was natürlich falsch ist.
Albert Parlow
(* 1824; † 1888)
Albert Parlow aus Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern war eigentlich Militärmusiker und hatte bereits einige Marinemärsche komponiert. Die beliebte Amboß-Polka entstand dabei eher aus Zufall. Er war bis 1880 Musikdirektor des preußischen Heeres und wurde 1864 als Ehrenpreisträger europäischer Militärmusik von Napoleon in Lyon hoch dekoriert.
