Chronik 1950 bis 2000


Auf diesen Seiten möchten wir den Werdegang unseres Vereins von der Gründung bis zum Jubiläumsjahr 2000 darstellen.

 

Wie alles begann

In den Nachkriegsjahren wurde der Ruf immer lauter, wieder einen Spielmannszug ins Leben zu rufen. Und so kam es, daß am 16. Dezember 1949 eine Versammlung ehemaliger Spielleute die Neugründung eines Spielmannszuges ins Auge fassten.

Spielmannszug im Jahre 1950 - noch ohne Kopfbedeckung
Spielmannszug im Jahre 1950 -
noch ohne Uniformjacken und Kopfbedeckung

Es wurde vorgeschlagen, ein Korps mit neutralem Namen zu gründen, um jedem interessierten Spielmann die Möglichkeit zu geben, ganz gleich welcher Konfession er angehörte, am Vereinsleben teilzunehmen.

Am Freitag dem 26. Mai 1950 war es dann soweit! Die offizielle Gründungsversammlung wurde in der Schreinerwerkstatt Schmittgen gehalten. Folgende Gründungsmitglieder waren an diesem Abend erschienen:

Fritz Schenk, Willi Nöh, Willi Schneider, Ernst Nöh, Helmut Schöler, Erwin Nöh, Paul Müller, Paul Decker, Günther Roth, Walter Zöller, Rudolf Burgmann, Arthur Hof, Herbert Otto, Fritz Loos und Hans Syska.

Somit war die erste Mannschaft des Vereins ins Leben gerufen. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender und Tambourmajor: Helmut Schöler, 2. Vorsitzender: Willi Schneider, Schriftführer: Erwin Nöh.

Der Übungsabend wurde auf mittwochs 20 Uhr festgelegt und die ersten Proben fanden in der damaligen „Roten Schule“ neben der Stillingslinde statt.

 

Die 50er Jahre - Stabilität und Erfolg stellen sich ein

1. Wettstreit in Dahlbruch 1951 im Straßenspiel
1. Wettstreit in Dahlbruch 1951 im Straßenspiel

Der erste Auftritt nach Gründung folgte am 30. Juni 1950 anläßlich der Hochzeit von Gründungsmitglied Rudolf Burgmann. Das Ständchen beinhaltete die Märsche „Turners Freud und Leid“, „Preußens Gloria“ und „Bravo da Capo“.

Weitere Auftritte folgten in diesem Jahr, unter anderem auch beim Sportfest der Sportgemeinschaft Dreis-Tiefenbach. Dort erfreute sich das morgendliche „Wecken“ um 6 Uhr großer Beliebtheit.

Den ersten Wettstreit seiner Vereinsgeschichte datiert vom 3. Juni 1951 und fand in Dahlbruch statt. Der Spielmannszug spielte in der 1. Klasse ohne Pauke und errang folgende Platzierungen:

Straßenspiel:   Mit leichtem Gepäck 107,0 Punkte, 2. Platz
Klassenspiel:   Brucker Lager Marsch 108,5 Punkte, 3. Platz
Ehrenspiel:   Frei weg 110,0 Punkte, 3. Platz
Hauptehrenspiel:   Per aspera ad astra 111,5 Punkte, 3. Platz
3. Sonderspiel:   Mit Schneid voran 105,5 Punkte, 2. Platz
Stabführer:   111,0 Punkte, 3. Platz

 

Bühnenspiel beim gleichen Wettstreit
Bühnenspiel beim Wettstreit in Dahlbruch

Der Spielmannszug spielte mit 16 Aktiven und war mit dem Ausgang der Veranstaltung mehr als zufrieden.

Der erste Sieg bei einem Wettstreit ließ für die Mannen vom Spielmannszug nicht lange auf sich warten. Am 16. September errang der Verein den ersten Platz im Klassenspiel mit dem Marsch: „Um den Lorbeer“ und den ersten Sieg in der Stabführerwertung. Dieser Wettstreit fand in Dillenburg statt.

In den „Fünfziger Jahren“ sollten noch viele erfolgreiche Wettstreitteilnahmen folgen, die mit etlichen „Ersten Preisen“ gekrönt wurden.


Die endgültige Namensgebung: Spielmannszug 1950 wurde auf der Jahreshauptversammlung vom 31.01.1953 beschlossen.

Im Sommer des Jahres 1953 veranstaltete der Spielmannszug erstmals einen eigenen Wettstreit in Dreis-Tiefenbach. Auf dem alten Sportplatz wurde ein Zelt aufgestellt und die Veranstaltung mit einem Dorfgemeinschaftsabend abgeschlossen. Zum Tanz spielte die „Amtsfeuerwehrkapelle Netphen“. Zum Abschluß erklang zum ersten Mal der „Große Zapfenstreich“ aus den Instrumenten des Vereins.

Die Zahl der Auftritte stieg von Jahr zu Jahr und der Spielmannszug erfreute sich großer Beliebtheit.

Das 60. Vereinsmitglied wurde im Jahre 1954 begrüßt und hieß Hermann Günther. Das aktive Corps bestand aus 20 gestandenen Männern.

Bis zu diesem Zeitpunkt beschränkten sich die Auftritte des Vereins auf die nähere Umgebung. Dies sollte sich jedoch ändern, als die aktive Truppe mit dem Siegener Schützenverein im Sommer 1955 am Schützenfest in Köln-Wahn teilnahm. Der Chronist berichtet, daß dies für alle Teilnehmer ein unvergeßliches Ereignis gewesen war.

Im Jahr 1955 traten die Mitglieder Richard und Karl Heinz Margeit dem Verein bei. Daß die Aufnahme speziell von Richard Margeit für den Spielmannszug einmal sehr wichtig sein würde, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand erahnen.

Sieger im Wettstreit: Die höchste Punktzahl in der 1. Klasse mit und ohne Pauke
Sieger im Wettstreit:
Die höchste Punktzahl in der 1. Klasse mit und ohne Pauke

Der Spielmannszug 1950 war schon Mitte der 50er Jahre längst zu einem festen Begriff für Qualität und Leistungsstärke auf allen Wettstreiten in Nah und Fern geworden.

Mitverantwortlich für diese Erfolge waren in erster Linie die damaligen Übungsleiter: Ernst Nöh (Flötisten) und Fritz Schenk (Trommler). Auch mit Helmut Schöler war ein Tambourmajor zur Stelle, der auf Wettspielen nur sehr schwer zu bezwingen war.

In dieser Zeit formte sich das „Gesicht“ des Vereins von Jahr zu Jahr. Der Wahlmodus des „halben Vorstands“ für jeweils 2 Jahre wurde eingeführt, eine zweite Lyra wurde angeschafft, und auch der Kassenbestand konnte sich für damalige Verhältnisse durchaus sehen lassen.

Festzug Weidenau 1950
Festzug Weidenau 1950

Zudem war der Verein bei allen wichtigen Veranstaltungen und Anlässen wie zum Beispiel beim Konzert zugunsten des Baus der Dreisbachhalle im Juli 1956 dabei.

Ein echtes „Highlight“ der 50er Jahre war der Wochenendausflug im Jahr 1959 zum Sängerwettstreit nach Bottenhorn. Der Chronist vermerkt, daß es dem Verein auch hier gelungen ist durch seine guten Leistungen Freunde zu gewinnen.

Im gleichen Jahr wurde übrigens die Dreisbachhalle ihrer Bestimmung übergeben. Zur offiziellen Einweihung am 8. August 1959 fanden sich alle Dreis-Tiefenbacher Ortsvereine zusammen, um diesem Anlaß einen würdigen Rahmen zu geben.

Am 31. Dezember 1956 konnte der Verein die Mitgliederzahl von 66 Personen verkünden. Ein Mitglied sei an dieser Stelle besonders erwähnt. Es handelt sich um den Spielkamerad Paul Decker, der in diesen Jahren seiner „komponistischen Ader“ freien Lauf ließ und dem Spielmannszug viele von ihm überarbeitete Kompositionen zur Verfügung stellte.

 

Die 60er Jahre

Um das „kleine Jubiläum“ von 10 Jahren entsprechend zu würdigen wurde ein Konzert am 30. April 1960 zusammen mit dem Siegener Blasorchester unter der Leitung von Philipp Basler veranstaltet.

Im Jahre 1960 erscheint in der Chronik erstmalig der Name Herbert Otto als Kassierer. Der Chronist bemerkt, daß es nicht zuletzt der „spitze Bleistift“ unseres Kassierers sei, der den Kassenbestand positiv beeinflußt hat. Somit begann für unser heutiges Ehrenmitglied Herbert Otto eine lange und überaus erfolgreiche Zeit als Kassierer im Spielmannszug 1950.

Der gute Kassenbestand führte zu dem Entschluß, über eine neue Uniformierung ernsthaft nachzudenken. Und so kam es, daß neue Uniformen im Jahr 1962 angeschafft wurden, die den Spielleuten ein würdiges Aussehen verliehen.

Zwei Jahre später entschloß man sich zum Kauf der modernen Metallflöten in „B“ aus dem Hause Sandner. Diese wurden zum größten Teil von den „Hornisten“ aus eigener Tasche finanziert. Leider merkte man alsbald, daß die neu erworbenen Instrumente für den Gebrauch im Spielmannszug nicht geeignet waren. Sie wurden, da einige Modelle auch qualitative Mängel aufwiesen, von der Fa. Sandner zurückgenommen und in Flöten der Tonart „CES“ umgetauscht.

Erst die Arbeit ...
Erst die Arbeit ...

Das Vereinsleben Mitte der 60er Jahre verlief „standesgemäß“, und während der Jahreshauptversammlung 1965 konnte man stolz die Gesamtmitgliederzahl 70 vermelden.

Auf der gleichen Versammlung wurde der bisherige Schriftführer Günter Schneider von Herbert Pülm abgelöst, der dieses Amt bis 1991 inne haben sollte.

... dann das Vergnügen
... dann das Vergnügen

 

1965 fand zum ersten Mal das „Vereinseigene Schützenfest“ statt. Alle Aktiven beteiligten sich auf dem Waldschießstand in Eckmannshausen. Erster Schützenkönig wurde der damalige 1. Vorsitzende und Stabführer Helmut Schöler. Ihm sollte ein Jahr später Helmut Benfer folgen.

Jubiläen, Schützenfeste, Freundschaftstreffen und Wettspiele bildeten die Basis für die Auftritte des Vereins in den Jahren darauf. Der Spielmannszug 1950 wirkte überall kräftig mit und konnte stets mit seiner exakt vorgetragenen Musik gefallen.

Änderungen brachte das Jahr 1968 mit sich. Der Probenabend wurde von Donnerstag auf Freitag verlegt. Dies ist bis heute noch der Fall.

Die Erweiterung des Instrumentariums wurde im Flötenbereich auf die Stimmen Alt und Tenor erweitert. Somit konnte ab diesem Zeitpunkt eine breitere Klangfülle erzielt werden.

Im Jahr 1969 wirkte der Spielmannszug erstmalig beim Schützenfest in Herzhausen mit. Damals konnte sicherlich noch niemand ahnen, daß sich daraus eine echte Freundschaft zwischen den Herzhäuser Schützen und dem Spielmannszug entwickeln würde, die auch heute noch mehr denn je Bestand hat.

 

Die 70er Jahre - Die „erste Garde“ ist in die Jahre gekommen

Während der Jahreshauptversammlung 1970 wurden die ersten zaghaften Versuche unternommen das Korps zu verjüngen. Wieder einmal ging Helmut Schöler mit gutem Beispiel voran. Erstmals dachte er laut über seinen Rücktritt als Stabführer nach und nannte als möglichen Nachfolger Bernd Schäfer.

Bernd Schäfer führt die Schützen vom Schießplatz in Eckmannshausen zur Schützenhalle
Bernd Schäfer führt die Schützen vom Schießplatz in
Eckmannshausen zur Schützenhalle

Beim Vogelschießen in Eckmannshausen kam dann auch Bernd Schäfer zum ersten Mal in der Stabführer- position zum Einsatz. Unter der sachkundigen Anleitung seines Lehrmeisters bestand er so seine Feuertaufe.

Im gleichen Jahr erklang zum ersten Mal der Marsch „Jubelklänge“ aus den Instrumenten des Spielmannszuges. Dieser zeitlose Marsch ist heute noch im aktuellen Repertoire des Vereins zu finden.

Im Jahr 1971 konnte der Verein bei den verschiedensten Anlässen durch sein gekonntes Spiel gefallen. Schützenfeste, Jubiläen, aber auch die Sportlerehrung für den damaligen Rad-Querfeldein- Weltmeister Klaus-Peter Thaler in den Jahren 1972 und 1976 wurden vom Spielmannszug 1950 musikalisch begleitet.

Festzug in Eckmannshausen unter der „doppelten Stabführung“ Helmut Schöler und Jürgen Pülm
Festzug in Eckmannshausen unter der „doppelten
Stabführung“ Helmut Schöler und Jürgen Pülm

Die Tradition einen „Vereins-Schützenkönig“ zu ermitteln wurde ebenfalls aufrecht erhalten. Und so kam es, daß im Jahre 1974 erstmals ein „richtiger Schützenvogel“ im Miniaturformat geschossen wurde. Dieser „Mini-Adler“ wurde vom Spielkameraden Herbert Pülm im heimischen Hobbykeller hergestellt. Daß aus diesem Spaß heraus ein zweites großes Hobby neben der Liebe zur Marschmusik geboren war, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand absehen.

Eine wesentliche Änderung im Vereinsleben erfolgte im Jahr 1974. Der langjährige Übungsleiter der Flötisten, Ernst Nöh, wurde aus Gesundheitlichen Gründen von Richard Margeit abgelöst.

Mit ihm begann die dringend herbeigesehnte Gründung der Jugendabteilung, die auch erstmals die Ausbildung von Mädchen vorsah. Somit war der erste erfolgreiche Schritt getan ein drohendes Ausbluten des Vereins aus Altersgründen zu verhindern.

25. Mai 1975 - Der Verein im 25. Jubiläumsjahr vor der Dreisbachhalle
25. Mai 1975  -  Der Verein im 25. Jubiläumsjahr
vor der Dreisbachhalle

Die ersten Jugendlichen wurden im Verein begeistert aufgenommen, und mit Eifer und Hingabe zu „echten Musikern“ ausgebildet. Dies hatte zur Folge, daß der Chronist während der Jahreshauptversammlung im Jahr 1975 erstmals eine dreistellige Mitgliederzahl verkünden durfte. Im Herbst des Jahres 1975 anläßlich des Jubiläumskonzertes des Vereins war es dann für die Nachwuchsmusiker soweit.

Der erste Auftritt in der ausverkauften Dreisbachhalle wurde mit donnerndem Applaus vom Publikum quittiert. Das Musikstück „Blau blüht der Enzian“ wurde von den Nachwuchsspielern zusammen mit den „alten Hasen“ gekonnte vorgetragen.

1975 - Die ersten Jugendlichen und Kinder in Reihen des Spielmannszuges beieinem Ständchen in der Nähe von Münster
1975 - Die ersten Jugendlichen und Kinder in Reihen
des Spielmannszuges bei einem Ständchen
in der Nähe von Münster

Auch wenn in diesen Jahren Wettstreitteilnahmen ausblieben, gestaltete sich das Vereinsleben in dieser Zeit durchaus als harmonisch und erfolgreich, da die nötige personelle Aufbauarbeit kontinuierlich vorangetrieben wurde.

So blieb der Ausflug nach Münster mit den Jugendlichen in den Allwetterzoo den Teilnehmern noch lange in guter Erinnerung, denn auch im Münsterland wurde die dargebotene „Siegerländer Marschmusik“ begeistert aufgenommen.

Am 12. Mai 1979 nahm der Spielmannszug erstmals am Schützenfest in Irmgarteichen teil. Dies war gleichzeitig der erste Auftritt in den neu angeschafften Uniformen. Der Spielmannszug präsentierte sich in den neuen Vereinsfarben grün-schwarz, die auch heute noch Bestand haben. Eine Angleichung an eine Schützenuniform ist damals sicherlich nicht ganz unbeabsichtigt gewesen.

Der Kontakt zu den Irmgarteichener Schützen mit ihrem ersten Brudermeister Gerhard Kölsch ist längst über den normalen Auftritt im Sinne einer Verpflichtung hinausgewachsen. Langjährige Freundschaften zwischen den Mitgliedern beider Vereine sind das positive Resultat der vielen Auftritte bei den jährlichen Schützenfesten.

 

Neu strukturiert in die 80er Jahre

Die begonnene Jugendarbeit wurde auch Anfang der 80er Jahre mit Erfolg fortgeführt. So konnte der Mitgliederstand auch 1981 mit 105 Mitgliedern konstant gehalten werden.

Im gleichen Jahr wurde auch der Beschluß gefaßt, den Spielmannszug ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Fortan durfte sich der Spielmannszug „e.V.“ nennen.

Auch in der „neuen“ grünen Uniform gab der Verein stets ein gutes Bild ab
Auch in der „neuen“ grünen Uniform
gab der Verein stets ein gutes Bild ab

Nachdem die Uniformierung wie bereits berichtet auf den neuesten Stand gebracht war, begannen die Überlegungen neue Trommeln anzuschaffen, da die alten Instrumente doch in die Jahre gekommen waren.

1981 fand erstmals ein Dorfgemeinschaftsfest unter Mitwirkung aller Dreis-Tiefenbacher Ortsvereine statt. Im Bereich der Dreisbachhalle wurde für alle Generationen ein buntes Programm angeboten, welches von den Dreisber Bürgern gern angenommen wurde. Der Spielmannszug 1950 war an den verschiedenen Plätzen mit einigen Ständchen zur Stelle.



Nachdem Helmut Schöler zwischenzeitlich in das Amt des Tambourmajors zurückgekehrt war, wechselte die Stabführung im Jahr 1983 erneut. Helmut Schöler gab den Stab in die Hände von Heinz Schneider, der nun die Formation der Spielleute anführte.

Im Juni 1983 fand eine Veranstaltung in Dreis-Tiefenbach statt, die den meisten noch gut in Erinnerung geblieben ist. Im Rahmen des Schützenfestes fand in den frühen Morgenstunden des 12. Juni ein Wecken beim Schützenkönig Hermann Schulte im Hüttseifen statt. Von dort aus zog der Spielmannszug bis in die Seelbach. Weitere Ständchen wurden an diesem Morgen gebracht, und die Spielleute waren schließlich froh in der Seelbach angekommen zu sein.

Offizielle Verabschiedung von Helmut Schöler am 22. Oktober 1983 im Franziskushaus Dreis-Tiefenbach
Offizielle Verabschiedung von Helmut Schöler
am 22. Oktober 1983 im Franziskushaus
Dreis-Tiefenbach

Die offizielle Verabschiedung von Helmut Schöler als Tambourmajor fand am 22. Oktober 1983 im Franziskushaus statt. Hier fanden sich die ehemaligen Aktiven des Vereins zusammen, um unseren Helmut mit einem Ständchen zu überraschen, daß er natürlich selbst dirigierte. Eine weitere Überraschung gelang dem Spielmannszug St. Josef, der ebenfalls an diesem Abend mit einem Ständchen überraschte, um so die Verbundenheit beider Vereine unter Beweis zu stellen.

Die Ernennung zum Ehrentambourmajor während der Jahreshauptversammlung 1983 war für Helmut Schöler eine weitere Ehrung in seiner Laufbahn als erfolgreicher und beliebter Stabführer.

Zu den musikalischen Highlights der 80er gehörte neben dem Freundschaftstreffen in Oerlinghauserheide, das 40jährige Bestehen des Schützenvereins Herzhausen, das mit dem stimmungsvollen großen Zapfenstreich zu nächtlicher Stunde abgerundet wurde.

1984 fand auch das 75 jährige Bestehen des Radfahrvereins statt. Aus diesem Anlaß wurde ein Straßen-Radrennen in Dreis-Tiefenbach durchgeführt. Selbstverständlich durfte der Spielmannszug auch hier nicht fehlen.

Einen letztmaligen Wechsel der Stabführung gab Spielmannszug auf der Jahreshauptversammlung am 13. April 1985 bekannt. Mit Wirkung zum 1. April 1985 übernahm Siegfried „Sibbi“ Henrich die Stabführung, die er bis heute in seinen bewährten Händen hält.

Die Anzahl der Auftritte in den 80 er Jahren häuften sich, und der Verein hatte reichlich Gelegenheit sich auszuzeichnen. An dieser Stelle sei nochmals ausdrücklich auf die Jugendlichen des Vereins hingewiesen, ohne die der Verein eine solche Vielzahl von Veranstaltungen sicherlich nicht bewältigt hätte.

1985 wurde erstmals der heutige Dorfpokal ausgetragen. Es fand aus diesem Anlaß ein Hobby-Fußballturnier statt, bei dem auch der Spielmannszug angetreten war. Leider verloren die tapferen Kicker gegen die Thekenmannschaft der „Dreisber Prellböcke“ mit 0 : 4 und schieden so frühzeitig aus.

Beim großen Treffen der Spielmannszüge und Musikkapellen, im „Oberen Schloß“ von Siegen wurde der neue Stabführer Siegfried Henrich erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Sommer 1985 spielte der Verein im „Holyday Park“ in Hassloch in der Pfalz. Dies war ein Vereinsausflug, der besonderen Art, zumal Auftritt und Freizeit im Park optimal unter einen Hut gebracht werden konnten.

Der Spielmannszug im Sommer 1985 auf dem Platz der Nationen im Holyday Park in Hassloch
Der Spielmannszug im Sommer 1985 auf dem Platz der Nationen im Holyday Park in Hassloch

Der erste „karnevalistische Auftritt“ des Spielmannszuges fand im Jahr 1987 statt. In Begleitung der Schützenbruderschaft von Irmgarteichen ging die Fahrt nach Stolberg bei Aachen, wo der Verein an der dortigen Karnevalssitzung teilnahm. Aber auch die hiesige Karnevalsveranstaltung der Irmgarteichener Schützen wurde vom Spielmannszug in farbenfrohen Kostümen mitgestaltet.

Nach langer Wettstreitpause nahm der Spielmannszug wieder an einem Wettstreit teil. Dieser wurde vom Spielmannszug St. Josef in Dreis-Tiefenbach ausgetragen. Die Mannschaft startete in der A-Klasse und konnte als „Neuling“ mit seiner jungen Truppe ein beachtliches Ergebnis erzielen.

Einen schweren Schlag mußte der Verein am 14. November 1987 verkraften. An diesem Tag verstarb der damalige Vorsitzende und Ehrenstabführer Helmut Schöler. Die kommissarische Führung des Vereins übernahm der damalige 2. Vorsitzende Richard Margeit, bis zur Jahreshauptversammlung im Jahr 1988. Richard Margeit war es dann auch, der im Jahr 1988 die Wahl zum ersten Vorsitzenden annahm und somit die Geschicke des Vereins lenkte. Stellvertretender Vorsitzender wurde Jürgen Pülm.

Im gleichen Jahr stellte sich der Verein dem Wettstreit in Aue. Leider hatte die Truppe einen rabenschwarzen Tag erwischt, und so kam es, daß nur ein sechster Platz am Ende heraussprang.

Mehr Grund zur Freude gab es jedoch im Februar 1989, als der Verein während des Rosenmontagszuges in Stolberg bei Aachen die Jecken in Schwung brachte.

Mit den Jahren wurde auch das Planen und Durchführen von Vereinsausflügen erweitert und ausgebaut. Im Schwarzwald konnte sich der Verein 1989 über drei Tage hin austoben und manche frohe Stunde verleben. Die Geselligkeit im Verein wurde stets durch solche Fahrten gefestigt.

 

Personelle Veränderungen prägten die 90er Jahre

Mit Beginn der Jahreshauptversammlung 1990 begann für den Verein eine Zeit des Umbruchs und des Wechsels in der sogenannten „Führungsetage“. Aus Altersgründen stellte sich Herbert Otto nicht mehr für das Amt des Kassierers zur Verfügung. Nach über 30jähriger Tätigkeit in der die Vereinskasse hervorragend geführt wurde, übernahm Matthias Margeit nun dieses sicherlich nicht immer dankbare Amt.

Das 40 Jährige Vereinsjubiläum fand in Form einer Vereinsfeier im Franziskushaus statt, bei der auch die Ehrungen für verdiente Mitglieder durchgeführt wurden.

Nachdem ein Wechsel des Kassiereramtes im Jahr 1990 stattgefunden hatte, wurde der Vorstand im Jahr darauf auch in Besetzung des Schriftführers verjüngt. Aus Altersgründen gab Herbert Pülm dieses zeitaufwendige Amt an seine spätere Schwiegertochter Ingrid Harnack ab.

Neben den musikalischen Aktivitäten wurde im Jahr 1990 auch erstmals ein Minigolf- Turnier auf der Anlage in Netphen ausgetragen. Diese Veranstaltung wurde in den Jahren zu einem festen Bestandteil des Terminplanes, und alle Teilnehmer brennen Jahr für Jahr darauf, erfolgreich an diesem Tag abzuschließen.

Am 13. Juli 1991 fand erstmals auf dem Stillingsplatz das Dreisber Brunnenfest statt. Unter der Regie der vier Kulturtreibenden Vereine: MGV 1887, Heimatverein Alte Burg, Spielmannszug St. Josef und Spielmannszug 1950, konnte eine Veranstaltung ins Leben gerufen werden, die bei der Dreisber Bevölkerung jedes Jahr großen Anklang findet.

Zahlreiche Auftritte füllten auch Anfang der 90er Jahre den Terminkalender des Vereins. Besonders erwähnenswert war der Auftritt im Siegener Schloßgarten zum großen Stelldichein der Siegerländer Spielmannszüge und Blaskapellen. Hier zeigte der Verein einmal mehr, daß auch Jugendliche für das Spielmannswesen zu gewinnen sind. Die mit Kindern und Jugendlichen gespickte Truppe konnte an diesem Nachmittag sehr gefallen.

Ein weiterer Wechsel im Vorstand kündigte sich im Vorfeld der Jahreshauptversammlung 1992 an. Richard Margeit trat vom Amt des Vorsitzenden zurück. Persönliche Gründe waren der Grund für seinen Rücktritt und das Ausscheiden aus dem Verein. Gerade im musikalischen Bereich entstand durch diesen Schritt eine große Lücke im Verein, die nur schwerlich zu stopfen war. Die Nachfolge von Richard Margeit übernahm der bis dahin zweite Vorsitzende Jürgen Pülm. Das Amt des zweiten Vorsitzenden wurde von Siegfried Henrich besetzt. Dieses Duo steht auch heute noch an der Spitze des Vereins. So kam es, daß die komplette Vereinsführung innerhalb von nur drei Jahren ausgetauscht und entsprechend verjüngt wurde.

Wie sich herausstellte, war dies ein Schritt, der dem Fortbestand des Vereins dienlich war. In der Zeit in der die Jugendlichen lieber andere Interessen verfolgten als in einem Spielmannszug aktiv zu sein, war es nicht immer leicht eine auftrittsfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Zum Glück konnte diese Talsohle in der Vereinsgeschichte durchschritten werden.

Die Standard-Auftritte bei Schützenfesten in Dreis-Tiefenbach, Herzhausen, und Irmgarteichen wurden auch in dieser personell schwierigen Zeit vom Spielmannszug mitgestaltet. Auch wurde an der Tradition ein Schützenfest zu veranstalten festgehalten. Vereinsausflüge waren ebenfalls willkommene Abwechslungen für die Aktiven und Passiven Mitglieder. Am 1. Mai 1993 brachen die Mitglieder erstmalig zu einer Maitour auf, die mit Bollerwagen und entsprechenden Kaltgetränken auf große Resonanz gestoßen war.

Intensive Jugendarbeit und die Rückkehr einiger ehemaliger Spielleute vergrößerten alsbald die Mannschaft im aktiven Bereich, so daß eine weitere Wettstreitsteilnahme ins Auge gefaßt werden konnte. Am 19. September 1993 war es dann soweit. Der vom Spielmannszug St. Josef ausgerichtete Wettstreit in Dreis-Tiefenbach stand auf dem Programm. Die mit jungen Nachwuchsspielern besetzte Mannschaft trat diesmal in der B-Klasse an, und konnte sogar beim Ehrenspiel auf der Bühne den ersten Platz belegen. Dieser nicht unbedingt zu erwartende Erfolg war natürlich Anlaß genug um im Anschluß kräftig zu feiern.

Grund zum Feiern, war auch die 25. Teilnahme am Herzhäuser Schützenfest am 21. Mai 1994. Ein Freundschaftspokal der während der Ehrungen überreicht wurde, galt als äußeres Zeichen der tiefen Verbundenheit beider Vereine.

Einen neuen Kontakt konnte der Verein im Jahr 1996 knüpfen. Es war die erste Teilnahme beim Schützenfest in Rudersdorf. Bei den Rudersdorfer Schützen ist es Brauch, jedes Jahr den „Großen Zapfenstreich“ zu spielen. Diese Aufgabe hat der Verein seitdem jährlich übernommen, mit tatkräftiger Unterstützung der Schützenkapelle Rudersdorf

Im Dezember 1996 veranstaltete die Aktionsgemeinschaft Dreis-Tiefenbach einen Weihnachtsmarkt auf dem Stillingsplatz. Der Spielmannszug konnte mit eigens dafür eingeübten Weihnachtsliedern Alt und Jung auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen.

Aber auch in karnevalistischer Hinsicht blieben die Spielleute nicht müßig. Als Verstärkung für den Spielmannszug St. Josef begleiteten einige Flötisten den Verein zur Teilnahme am Rosenmontagszug in Köln. Anhand dieser Tatsache sei an dieser Stelle erwähnt, daß sich beide Spielmannszüge in Dreis-Tiefenbach hervorragend ergänzen. Da sich auch beim Spielmannszug St. Josef eine Verjüngung im Vorstand eingestellt hat, konnte sich eine freundschaftliche Partnerschaft zwischen beiden Vereinen bilden. Nicht zuletzt ist dies auch dem ehemaligen Vorsitzenden Gerd Schneider zu verdanken. Die Freude am gemeinsamen Hobby ist die Basis für die gegenseitige Hilfsbereitschaft.

Ein Fest besonderer Art wurde vom Spielmannszug am 10. Oktober 1998 ins Leben gerufen. Es wurde ein richtiges Schlachtfest durchgeführt. Unser passives Mitglied und Metzgermeister Roman Hausicke zeigte an diesem Tag sein Können indem er Blut- und Leberwurst zubereitete. Die Festteilnehmer waren begeistert und freuten sich abends auf das kulinarische Ergebnis des Schlachtfestes.

Eine Erweiterung der Uniformierung konnte der Verein im Jahr 1999 verbuchen. Die Anschaffung von Blousons mit Vereinswappen für Auftritte an heißen Tagen war längst überfällig geworden, und sie sind heute aus den Kleiderschränken der Spielleute nicht mehr wegzudenken.

 

Das neue Jahrtausend - für die Zukunft gerüstet

Im Jubiläumsjahr 2000 wurden auf der Jahreshauptversammlung folgende Mitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt:

Rudolf Burgmann, Günther Roth, Hans Syska und Günther Kubitta


Der Verein konnte auch im Jahr 2000 durch seinen guten Leistungsstand auf Wettstreitsebene bestehen. Am 4. Juni diesen Jahres nahm der Verein am Wettstreit in Altenhundem teil. Mit der aus überwiegend Jugendlichen bestehenden Truppe wurden zwei 2. und zwei 3. Plätze errungen. Mit diesem Ergebnis waren alle Beteiligten mehr als zufrieden.

Wenn man die derzeitige Vereinsstruktur betrachtet kann man sich glücklich schätzen, daß eine Reihe Kinder und Jugendliche am Spielmannswesen teilnehmen. Da auch der Stamm des Vereins aus noch recht jungen Spielleuten besteht, darf man getrost positiv an die bevorstehenden Aufgaben herangehen. Mögen noch viele Menschen den Weg zu uns finden, und die gemeinsame Freude am Musizieren in die Tat umsetzen.

Anmerkung: Wir haben versucht, die wesentlichen Ereignisse anhand der kompletten Vereinschronik zusammenzufassen. Sollten wir dabei das Eine oder Andere unerwähnt gelassen haben, bitten wir um Nachsicht.

Dreis-Tiefenbach im Juli 2000